Wachstum

……das Wort „WACHSTUM“ ist für mich das Unwort dieses Jahrzehnts, wenn nicht sogar Jahrhunderts – auch wenn das Jahrhundert noch ganz jung ist. Immer wenn im Radio oder Fernsehen die Rede von „Wachstum“ ist, stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Jeder Mensch lernt das bereits in der Schule, man tut ein Samenkorn in die Erde und aus dem wächst mit viel Glück dann etwas. Wenn man eine gute Erde hat, richtig wässert und evt. düngt, man den richtigen Standort hat, dann wächst und gedeit unser Samenkorn auch tüchtig. Aber – es wächst nicht pausenlos, in jedem Korn ist das Ende vorbelegt. Ein Mensch kommt auf die Welt und mit liebevoller Hingabe und den richtigen Bedingungen wächst er und wenn er noch mehr Glück hat, wird er alt und stirbt am Alter. Aber unsere Wirtschaft, unser Wirtschaftswachstum muß wachsen, wachsen, wachsen und ich denke immer, genau an diesen Wirtschaftswachstumserwartungen werden wir irgendwann gewaltig scheitern. Warum jedes Jahr mehr Profit als im vergangenen, warum kann man sich nicht bescheiden?

Ich bin nicht die einzige, die mit „Wachstum“ so ihre Probleme hat, so hat der SWR1 in der vergangenen Woche 2 Gäste gehabt, die genau dieses thematisieren, die Ökonomen Marc Friedrich und Matthias Weik, bereits bekannt durch den Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer un die Reichen immer reicher werden“ haben zum Thema Wachstum ein Buch geschrieben, Titel: „Der Crash ist die Lösung“. Ich habe es noch nicht gelesen, aber bereits bestellt.

Auch zu empfehlen im weitesten Sinne zu diesem Thema: die „Asozialen, wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren – und wer davon profitiert“ von Walter Wüllenweber, sehr provokant in einigen Thesen, aber er spricht mir in vielem aus der Seele, sehr zu empfehlen.

1 Comment
  1. Bine 3. Juli 2014

    Das Wort „Wachstum“ ist -genau so- wie das Wort „Experte“ => wird für mich

    zu oft für Möchtegern-Praktiker benutzt“ ein Hasswort geworden.

    Die Natur und damit unsere Existenz (für mich als gläubiger Mensch ist Natur gleich Gott ) hat grundsätzlich allem ein Ende und damit eine Grenze gesetzt. Mit meiner Geburt steht bereits fest, dass ich sterben werde.
    Anfang und Ende gilt für alles, das heißt: Dinge,Rohstoffe, Pflanzen, Insekten, Tiere, Menschen haben Anfang und Ende.
    Ein Anfang kann es nur mit einem Ende geben und umgekehrt. Deshalb ist Wachstum grundsätzlich auch begrenzt. Die Gier nach eben diesem Wachstum, also die Gier nach: Macht und Geld hat seine natürliche Grenze (noch) nicht erreicht.
    Diese Gier wird aber auch irgendwie – ich denke bald – beendet werden.
    Ich bin nackt in diese Welt hinein geboren worden. (Für mich- als gläubige Christin: werde nackt vor meinen Gott treten). Weiß nicht, wie anders Gläubige /Atheisten ihr eigenes Ende/Sterben sehen…

    Ist ja auch Wurscht. Das Ende des Wachstums ist zwangsläufig der Crash.

    …Meine Meinung.