Nehmt Rücksicht

Nehmt Rücksicht, das könnte man eigentlich ohne weitere Worte so stehen lassen. Nehmt Rücksicht. Leider ist oftmals leider fast das Gegenteil der Fall. Es wird ohne Rücksicht auf Verluste in der 30-er Zone Gas gegeben, obwohl Kinder auf die Straße springen könnten, an der Supermarktkasse läßt man nicht den älteren Herren vor, der nur 1 Brot bezahlen muß obwohl er bereits fertig und abkassiert wäre, bevor man fertig ist und seinen Wageninhalt auf das Rollband geräumt hätte. Auf der Autobahn benutzt man solange die Lichthupe, bis der Vordermann einen durch lässt und den älteren Kollegen unterstützt man nicht, sondern mobt ihn weg.

Aus aktuellem Anlass und weil es mich persönlich berührt, muss ich doch mal dazu etwas sagen. Gerade die letzten Wochen gab es wöchtentlich Horrormeldungen über Unwetter hier in Deutschland. Schäden über Schäden, verursacht durch Gewitter, Hagelschlag und Hochwasser. Das ist ärgerlich und oftmals existenzbedrohend. Wie gut, das man versichert ist. Nun sollte die Versicherung auch schnell zahlen, damit man den Schaden beheben und den ganzen Ärger so schnell wie möglich vergessen kann. So ruft man seine Versicherung an um den Schaden zu melden und was passiert? Da ist BESETZT! Okay, kann passieren, versucht man es 5 Minuten später nochmals, doch was soll ich sagen, es ist wieder besetzt, so versucht man es immer wieder. Zuerst hat man noch Geduld aber dann wird man ärgerlich. Wofür bezahlt man Jahr um Jahr diese horrenden Versicherungssummen um dann im Schadensfall nur ein Besetztzeichen oder einen Ansage vom Band zu hören. Das muss einen doch ärgerlich machen. Und hat man dann doch endlich mal das Glück jemanden an die Strippe zu bekommen, dann will man auch seinen Ärger kundtun und schnelle Lösungen erreichen. Alles verständlich und soweit auch alles klar. ABER und jetzt kommt mein großes ABER, bleibt höflich und nehmt Rücksicht. Die Leute an der Ver-sicherungshotline haben nur zwei Ohren und glaubt es nur, ihre Nerven sind nicht wie Drahtseile, sie sind auch nicht unsensibel und sie haben garantiert auch Mitleid mit Ihnen. Stellen Sie sich vor Sie wollen einen Kuchen backen und das Telefon klingelt und kaum haben Sie aufgelegt, so klingelt das Telefon und noch bevor Sie aufgelegt haben, hören Sie schon wieder, wie einer in der Leitung anklopft. Gut, nach dem zweiten oder nach dem dritten Anruf, denken Sie sich, da geh ich jetzt aber nicht mehr dran, sonst kann ich meinen Kuchen ja gleich vergessen – und Recht hätten Sie. Was aber jetzt, wenn Sie nicht 1 Kuchen bis abends backen müssten sonder 10 und das was Sie heute nicht schaffen, müssten Sie morgen zusätzlich zu den 10 Kuchen backen und – Sie müssten jedes Telefonat höflich bis zu Ende führen und kaum hätten Sie aufgelegt, bimmelt das Telefon schon wieder. Hey Mann, kein Problem, dann lasse ich es trotzdem klingeln, wer will schon was sagen – aber nein so einfach ist es nicht, Big Brother is watching you und es wird genau registriert, das auch ja alle Anrufe angenommen werden. Was sagen Sie? So bekommen Sie ja nie ihre 10 Kuchen fertig? Nein, das bekommen Sie auch nicht und ebenso werden die Sachbearbeiter an den Hotlines (eigentlich ja keine Hotlines, die Mitarbeiter müssen ja gleichzeitig die Schäden bearbeiten) nie mit der Arbeit fertig.

Und was sollte passieren? Die Versicherer müssten mehr Personal einstellen oder die Arbeit trennen, die eine Hälfte bearbeitet die Schäden, die andere telefoniert. Warum tun sie es nicht? Weil es das Wachstum (da haben wir es wieder, das WACHSTUM) behindert. Gut nun kann man sagen das ganze ist ein wenig vereinfacht dargestellt, nur schwarz und weiß gibt es nicht, wo bleiben die Grautöne………………? Mailt mir eure Grautöne, mal schauen, was passiert – und – bitte beim nächsten Mal freundlich am Telefon!