Fleisch ist verzichtbar

 

Zumindest für mich ist Fleisch unverzichtbar, aber durchaus oft ersetzbar. Täglich Fleisch – nein Danke. Nicht wegen des Geschmacks, und auch nicht zuerst aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil ich mich nicht mehr mit der Massentierhaltung identifizieren kann. Oder mit den Voraussetzungen bzw. den Folgen der Massentierhaltung. Bereits vor Jahren habe ich angefangen, meinen Fleischkonsum weit zurück zu schrauben. Den Wurstkonsum hab ich sogut wie auf Null gesetzt, Ausnahmen bilden meistens Besuche bei meiner Freundin Ute oder meine Eltern. Meine Ute hat meistens meine geliebte Salami da – extra für mich, und auch bei meinen Eltern kommt noch Wurst auf den Tisch. Gut, 2 bis 3-mal im Jahr werde ich mir halt selbst untreu.

Da diese enormen Fleischberge, die zu Spottpreisen in den Kühltruhen unserer Supermärkte lagern, ja irgendwie produziert werden müssen und es ja auch genügend Käufer für diese Fleischberge gibt, werden die Bedingungen für die Tierhaltung immer brutaler. Die Fläche, die ein einziges Tier beansprucht, besteht in den meisten Fällen aus seiner eigenen Grundfläche, gedrängt mit vielen Artgenossen stehen die Tiere in viel zu engen Boxen, gesunde und kranke Tiere, dicht an dicht, oftmals in ihren eigenen Exkrementen. Gegen Krankheiten  und zur Vorbeugung von Folgen dieser zu engen Boxen werden die Tiere direkt bei der Futteraufnahme mit einem „Gift“cocktail aus den verschiedensten Medikamenten und Chemiekalien gefüttert, die außerdem noch das Wachstum anregen sollen. Die Ausscheidungen dieser Tiere landen mehr- oder weniger gefiltert in unserem Grundwasser und natürlich wird unser Fleisch damit angereichert. Hmmm, lecker, da bekommt man direkt Appetitt –  oder? Oftmals werden die Tiere in Massentransporten über Autobahnen zu den Schlachthöfen transportiert, dicht an dicht stehen dort die Schweine, Hühner, Rinder auf ihrer letzten Tour.Wenns dann ans Schlachten geht, setzt sich dieser brutale Aufzuchtsirrsinn fort, alles muß schnell und rational vor sich gehen, Zeit ist nämlich Geld und da kann man keine Rücksicht auf Gefühle des Verbrauchers legen geschweige denn, sich Gedanken darüber machen, wie es den Tieren geht. Und – Tod ist Tod. Anfang dieser Woche lief auf der ARD ein Beitrag über Ferkelhaltung. Leider lief diese Reportage wieder sehr spät, vielleicht wegen der drastischen Bilder oder wegen des Inhaltes. Dort wurden geheime Aufnahmen aus Mutterboxen gezeigt, wo  Ferkel an den Mutterzitzen saugen und wie die „KZ-Wärter“ an diesen Boxen vorbei defilieren, die Ferkel abzählen und aus den großen Würfen überzählige Ferkel, oder zu kleine Ferkel auswählen, rausheben und auf den Metallboxrändern draufhauen und dann in fahrbaren Sammelboxen sammeln, egal ob tot oder nur schwer verletzt. Oder man benutzt den Hammer und haut einmal auf den kleinen Kopf drauf. Ich weiß nicht, was mich mehr an dieser ganzen Fleischthematik anekelt, diese Profitgier oder die Abgebrühtheit der Menschen, die dort arbeiten. Das ist denke ich mal, eigentlich wieder ein eigenes Thema, über das zu schreiben und sich Gedanken zu machen wohl lohnt. Schlußendlich möchte ich einfach sagen, das ich mich zukünftig noch mehr zurückhalten werde bei meinem Fleischkonsum und die Quellen noch mehr überprüfen werde. In diesem Zusammenhang möcht ich auch nochmals auf meinen Artikel zum Thema „Wachstum“ verweisen, der ja doch irgendwie im weitesten Sinne damit zu tun hat.

Wie haltet ihr es mit euren Fleischkonsum? Schreibt mir, eine Diskussion zu diesem Thema ist immer willkommen.